Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist kein Verfallsdatum

Wir alle kennen es. Auf (fast) jedem Produkt prangt das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Doch was genau sagt es uns? Sind Lebensmittel auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch genießbar und gibt es auch ein Verfallsdatum?

MHD: Bedeutung und Definition

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist ein Qualitätsdatum, dass von Hersteller*innen festgelegt wird. Es muss (mit wenigen Ausnahmen) auf allen Produkten angegeben werden. Das MHD besagt, dass bis zu diesem Datum alle produktspezifischen Eigenschaften wie Aussehen, Geruch und Konsistenz, aber auch mikrobiologische Eigenschaften gleich bleiben.

MHD bei Lebensmitteln

Je nach Produkt sind Lebensmittel aber oft noch Tage, Wochen oder sogar Monate über das MHD hinaus genießbar. Wie lange genau hat Greenpeace ausführlich getestet. Der Test zeigt, wie lange sich Käse, Eier, Tofu & Co über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus halten.

Verteilung Lebensmittelabfälle
Tatsächliche Haltbarkeit von Lebensmitteln
SIRPLUS Tipp: Wir bei SIRPLUS sagen gerne: „Sehen, riechen, schmecken, statt nur das MHD zu checken“. Wenn wir unsere Sinne nutzen, können wir meist gut einschätzen, ob Lebensmittel noch genießbar sind oder nicht.

Gesetze für das Mindesthaltbarkeitsdatum

Wusstest Du, dass es das Mindesthaltbarkeitsdatum in Deutschland erst seit 1981 gibt? Heute muss das MHD auf fast allen Lebensmitteln aufgedruckt sein. Einige wenige Ausnahmen gelten beispielsweise für Speisesalz, Essig, hochprozentigen Alkohol (mehr als 10 Volumenprozent) oder Wein, Zucker in fester Form, Kaugummi, frisches Obst und Gemüse und bestimmte Backwaren.

Das MHD ist an vielen Stellen der Wertschöpfungskette und auch in unseren Haushalten immer wieder ein Grund dafür, dass Lebensmittel weggeworfen werden. In privaten Haushalten liegt dieser Umstand daran, dass viele Menschen das MHD immer noch als Wegwerfdatum verstehen.

Verbrauchsdatum: Was heißt “zu verbrauchen bis”?

Neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum gibt es noch das Verbrauchsdatum. Dieses ist als Verfallsdatum zu verstehen und wird mit dem Satz „zu verbrauchen bis...“ angegeben.

Verbrauchsdatum bei Lebensmitteln

Das Verbrauchsdatum tragen nur Produkte, die schnell verderblich sind wie zum Beispiel Hackfleisch, Geflügel, Rohmilch oder abgepackte Salate. Lebensmittel mit überschrittenem Verbrauchsdatum sollten nicht mehr verzehrt werden

Der Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum

Der Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum ist auch in der Weitergabe von Lebensmittel enorm wichtig. Die Weitergabe oder der Verkauf von Lebensmitteln, die das MHD überschritten haben ist legal. Die Voraussetzungen für die Weitergabe sind, dass die Käufer*innen nicht getäuscht werden dürfen. Das heißt, sie müssen darüber informiert werden, dass das Lebensmittel sein MHD überschritten hat. Außerdem müssen die Lebensmittel auf ihre Genießbarkeit und Sicherheit geprüft werden. Anders ist das beim Verbrauchsdatum: Lebensmittel mit überschrittenem Verbrauchsdatum dürfen nicht weitergegeben werden.

Damit steht fest: Wer sich informiert und auf seine Sinne vertraut, braucht keine Angst vor einem überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum zu haben. Mehr Informationen zum MHD vs VD findet ihr hier.

Quellen:

BMEL, das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum 

BMEL, Ernährungsreport 2019  

Greenpeace Media GmbH, 18.06.2020 

(europäische) Lebensmittelinformationsverordnung (LMVI) VERORDNUNG (EU) Nr. 1169/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES 

Lebensmittelverband, Mindesthaltbarkeitsdatum