Wir sitzen alle in einem (Rettungs-)boot!

foodsharing und SIRPLUS teilen gemeinsame Ziele

Jahr für Jahr landen in Deutschland 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Davon wären bereits 10 Millionen Tonnen vermeidbar. In anderen Worten: 10 Millionen Tonnen an genießbaren Nahrungsmitteln, in die bereits sehr viele wertvolle Ressourcen eingeflossen sind, landen entlang der Wertschöpfungskette in der Tonne.

Bei solch unglaublichen Mengen an Lebensmittelverschwendung, ist es gar nicht möglich, alles alleine zu retten. Zum Glück gibt es noch andere Organisationen und Bündnispartner, wie beispielsweise foodsharing, TooGoodToGo, die Tafel oder RESTLOS GLÜCKLICH. In diesem Blogartikel soll sich alles um foodsharing drehen - die wirkungsstarke Internetplattform zum Verteilen von überschüssigen Lebensmitteln! 



Was ist foodsharing? 

Raphael (Mitgründer von SIRPLUS) hat bereits im Jahr 2012 die Lebensmittelretter-Bewegung in seinem fünfjährigen Geld Streik gestartet, die später mit foodsharing fusionierte. Mittlerweile hat der eingetragene Verein bei über 6.000 Betrieben fast 30 Millionen kg Lebensmittel erfolgreich vor der Tonne gerettet. Derzeit gibt es pro Tag durchschnittlich 2.772 “Rettungseinsätze”. Bei diesen holen die ehrenamtlichen Foodsaver überschüssige Lebensmittel von Bäckereien, Kiosken, Marktständen oder auch Supermärkten ab. So retten auch unsere Foodsaver von SIRPLUS, Lebensmittel, die zwar nicht mehr verkaufsfähig, aber noch genießbar sind, in unseren Rettermärkten und im Lager.

Insgesamt gibt es mittlerweile an die 69.000 Foodsaver. Foodsaver engagieren sich ehrenamtlich für die Lebensmittelrettung, indem sie in ihrer Freizeit zu kooperierenden Betrieben fahren, um dort gegen die Lebensmittelverschwendung anzukämpfen.

Es gibt jedoch auch noch die Möglichkeit ein Foodsharer zu sein. Dies bedeutet, dass man auf der foodsharing Webseite aktiv ist und dadurch die Möglichkeit bekommt, einen von durchschnittlich 500-800 Essenskörben pro Woche zu ergattern. Die Essenskörbe werden von Privatpersonen angeboten, wenn sie z.B. ihre Ernährung umstellen oder in den Urlaub fahren, aber noch überschüssige Lebensmittel haben.

Eine andere Innovation von foodsharing sind die Fair-Teiler. Dies sind mitunter öffentlich zugängliche Kühlschränke und Regale, bei denen die geretteten Lebensmittel von den foodsharing Kooperationspartnern (wie z. B. SIRPLUS), oder auch von Privatleuten landen.

Wieso wird bei SIRPLUS abgeholt?

Grundsätzlich haben wir es viel mit Lebensmitteln – ob Verpacktes, oder Obst & Gemüse – zu tun, die bereits abgelaufen sind oder woanders aufgrund von Frische nicht mehr verkauft werden können. Deswegen kommt es natürlich auch bei uns vor, dass Lebensmittel nicht mehr verkauft werden können, da sie selbst für tolerante Kund*innen zu viele Macken haben. Auch leicht verderbliche Lebensmittel, die ihr Verbrauchsdatum (anders als das Mindesthaltbarkeitsdatum) erreicht haben, dürfen in unseren Rettermärkten erst gar nicht mehr verkauft werden, da die Chance auf Ungenießbarkeit in diesem Fall zu hoch ist. Deshalb müssen wir diese Lebensmittel 1-2 Tage vor Ablauf des Verbrauchsdatums aus unserem Sortiment nehmen. Wir legen jedoch sehr großen Wert darauf, nichts in den Müll wandern zu lassen und sind daher überglücklich, dass foodsharing schon bei fast allen Standorten von uns abholt.

Wie laufen solche “Rettungseinsätze” ab? 

Um bei foodsharing als sogenannter Foodsaver mitzuretten, muss zunächst ein sogenanntes Quiz bestanden und Probeabholungen gemeistert werden. Sobald man dann offiziell Foodsaver ist, kann man sich über die foodsharing Plattform in einem Betrieb eintragen und sich dort anschließend für eine Abholung anmelden. 

Bei einer Abholung kommen – je nach zu rettender Menge – mehrere Foodsaver gleichzeitig, um die Lebensmittel untereinander aufzuteilen. Viele der Foodsaver holen zudem wöchentlich mehrere Male Essen ab. Dadurch kann innerhalb kürzester Zeit ein Gefühl der Gemeinschaft unter den Lebensmittelrettern entstehen. Man kennt sich untereinander und tauscht das Wissen über Möglichkeiten des Lebensmittelverteilens aus. So werden viele der Lebensmittel beispielsweise zu Kieztreffen, Wärmestuben, Suppenküchen oder Fair-Teilern gebracht. 

Wieso ist SIRPLUS keine Konkurrenz zu foodsharing? 

SIRPLUS und foodsharing arbeiten sehr eng miteinander zusammen. Unter anderem auch in dem Bündnis Lebensmittelrettung. Diese verfolgt das Ziel, die Lebensmittelrettung aktiv in die Politik zu bringen, um so noch mehr Bewusstsein für das Thema zu wecken.

foodsharing ist eine ehrenamtliche Bewegung. SIRPLUS hingegen wurde mit dem Gedanken gegründet, über die Kapazitäten von foodsharing hinaus in noch größeren Dimensionen zu retten: Unser Ziel liegt somit nicht wie bei foodsharing darin, die Tafeln im Kleinen zu ergänzen, sondern bei großen Betrieben zu retten, bei denen die Tafeln (aus Kapazitätsgründen oder weil es sich um MHD-Ware handelt) nicht retten. Sowohl bei foodsharing, als auch bei SIRPLUS hat die Tafel immer Vorrang. 

Wir sind stolz auf alles was foodsharing erreicht hat, möchten aber größere Schritte im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung gehen. So holen wir bei Produzenten und Großhändlern Mengen ab, die einen hohen logistischen Aufwand fordern und von Privatpersonen allein nicht zu bewältigen sind. Die Foodsaver fokussieren sich eher auf kleinere Betriebe wie Bäckereien, Marktstände und Supermärkte. 

Was kannst Du jetzt machen? 

Du bist jetzt auch motiviert, ein*e Foodsharer*in oder Foodsaver*in zu werden?
Dann melde dich unter www.foodsharing.de an!

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