In Hülle und Fülle: Der Einmach-Workshop

Traditionshandwerk trifft auf Lebensmittelretten

Hast Du Dich auch schon mal gefragt was Du mit den schrumpeligen Möhren in Deinem Kühlschrank noch machen kannst? Interessiert es Dich, wie sich Dein Saisongemüse länger haltbarmachen lässt? Oder wolltest Du schon immer etwas über Lebensmittelverschwendung und Einmachen erfahren?

Am 3. November haben wir, das sind Sarah von Die Vetzgerei und Johanna von SIRPLUS, unseren 2. Einmach Workshop organisierten gemeinsam einen bunten Abend mit reichlich Leckereien und jede Menge Tipps und Tricks rund ums Thema Einkochen, Lebensmittelverschwendung und Weiterverwertung. Der Workshop eignet sich besonders für Einsteiger, für die die große Welt des Einkochens bisher noch ein kleines Mysterium darstellt.

 

„Wir möchten nicht zusehen, wie jede Minute eine LKW-Ladung an Lebensmitteln im Abfall landet, sondern etwas dagegen machen. Nämlich einmachen.“ So die beiden Initiatorinnen Sarah (vorne im grünen Pullover) und Johanna (hinten)

Jeder kennt die Situationen: Da waren die Augen größer als der Magen, das Angebot am Marktstand war einfach zu verlockend oder Ihr seid mal wieder spontan essen gegangen. Dann wartet der Einkauf von neulich oft noch immer im Kühlschrank, aber es ist einfach keine Zeit ihn frisch zu verarbeiten.

- “Mir passiert so etwas nicht. Bei mir wird alles eingeweckt, dann habe ich auch noch was für schlechte Zeiten”, hört man die Oma im Ohr dann sagen. -

Unsere Omas sind ohne Frage echte Heldinnen, wenn es um die Lebensmittelwertschätzung geht. Wir finden, da sollten wir uns eine gewaltige Scheibe von abschneiden. Wer aber glaubt, dass Einwecken altmodisch ist, der irrt. Zwar ist das Einmachen eines der ältesten Methoden um Obst und Gemüse für mehrere Jahre haltbar zu machen. Jedoch findet es in den vergangenen Jahren immer mehr und mehr Begeisterte, die sich dem alten Traditionshandwerk zuwenden und die Freude am Selbstgemachten wiederentdecken.


Damit große Mengen an Lebensmitteln nicht mehr schlecht werden, bieten sich viele verschiedene Möglichkeiten zur Verarbeitung an. Dabei ist es egal, ob die Ernte eingekocht, eingelegt, fermentieren, geräuchert oder gepökelt wird. Bei unserem Einmach-Workshop haben wir uns auf das Einlegen und Einkochen konzentriert. Dabei zeigten Johanna und Sarah was es alles zu beachten gilt.

Nach einer warmherzigen Willkommensbegrüßung und einem kurzen Kennenlernen ging es auch schon direkt ans Eingemachte. Nachdem die Rezepte aus- und die Arbeitsbereiche eingeteilt wurden, startete jedes Team emsig mit dem Schnippeln.

Sarah fütterte die Teilnehmer*innen währenddessen mit reichlich wissenswertem sowie faszinierenden Facts rund um die Kunst des Einweckens. Das Wichtigste beim Einmachen, damit auch nichts schief gehen kann, erklärt Sarah sei, „dass die Gläser vor dem Befüllen mit kochendem Wasser ausgespült werden, damit keine Keime im Glas sind und das Eingemachte sich lange Zeit hält.” Zu beachten ist allerdings auch, “dass bei bereits verwendeten Gläsern der Schraubverschluss noch komplett intakt ist und somit garantiert luftdicht verschließt. Außerdem müssen die Zutaten immer kochend heiß in die Gläser, nur so kann eine lange Haltbarkeit garantiert werden.”

Die vorbereiteten Leckereien köchelten nun fröhlich vor sich hin und erfüllten den ganzen Raum mit köstlichem Duft. Die perfekte Gelegenheit um zu erfahren, woher die verwendeten Zutaten ihren Ursprung haben. Dafür sorgte Johanna. Die spannende Informationen zum Thema Lebensmittelretten in Form eines Retterquizes vorbereitet hatte. Die Antworten führten zu anregenden Gesprächsstoff und brachten den Teilnehmer*innen immer wieder den ein oder anderen “AHA-Effekt”. Johanna erzählte dabei, warum sie so sehr vom Einmachen begeistert ist. Einerseits sieht sie es als perfekte Möglichkeit, mit wenig Utensilien Zuhause seine übriggebliebenen Lebensmittel noch lange Zeit über das ganze Jahr verteilt genießen zu können. “So kann man sich den Sommer auf Vorrat in die eigene Speisekammer holen.” Andererseits ist es eine umweltfreundliche Alternative, alte Marmeladengläser oder andere geeignete Behältnisse wiederzuverwenden und dementsprechend selber zu recyclen.

Zum Abschluss konnte nach sehnsüchtigen Warten einige Ergebnisse voller Vorfreude verköstigt werden. Anschließend wurde alles heiß in Gläser abgefüllt, Deckel drauf, fest verschlossen und bereit den Weg nach Hause zu finden.

Tipp: Das Eingemachte eignet sich auch ausgezeichnet als kleines aber feines Geschenk mit deiner ganz persönlichen Note.

 

Hast du Lust bekommen gemeinsam mit uns das Weiterverwenden von noch bestens genießbaren und wertvollen Lebensmittel zu lernen? Dann komme zu einem unserer nächsten Einmach-Workshops!

 

++ Nächster Termin: 2. Dezember 2018 um 16.00 Uhr
++ Wo: Die Vetzgerei GmbH, Raumerstraße 36 , 10437 Berlin
++ Kosten: 35 € (Zutaten, Snack und Getränke inklusive)
++ Anmeldung über: vurst@dievetzgerei.berlin (begrenzt auf max. 15 Teilnehmer*innen)

Was muss ich zum Workshop mitbringen? Nichts, außer gute Laune und keine Panik, denn bei uns brauchst Du noch keine Profieinweckerfahrung. =)

 

Wir freuen uns auf Dich.
Herzlichst
Sarah und Johanna

 

Fotos: Thilo Gögelein

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